Am Bahnhof habe ich einen jungen Mann getroffen, der ziemlich erledigt auf seinen Zug wartete. Mit Anzug und Schlips hatte er vermutlich keinen körperlich anspruchsvollen Job – das herausragendste Merkmal war jedoch ein Rucksack auf seinen Beinen. Und dieser Rucksack bzw. die Marke heißt ESCAPE.
Was mir natürlich sofort ein Lächeln entlockte und mich den jungen Mann ansprechen liess.
Ganz bereitwillig erkläre er mir, dass seine Arbeit ihm keinen Spass macht. Und als er den Rucksack sah, diesen sofort kaufen musste – da sein Nachhauseweg wohl wirklich für ihn eine heftige Flucht ist.
Auf die Frage warum er denn dann nicht sich eine neue Stelle suchte, sagte er : "Mein Vater hat gemeint, dass man nicht innerhalb der ersten drei Jahre eine Firma verlässt. Deswegen muss ich noch ein Jahr warten."
Ich fragte ihn daraufhin, wieviele Menschen er glaubt glücklich machen zu können, wenn er sich einen neuen Job sucht. Außer ihm selbst fiel ihm keiner ein. Daraufhin fragte ich ihn, was denn mit seiner Lebensgefährtin wäre. Und seinen Freunden. Und ( irgendwann ) auch mit seinem Vater. Ob die nicht alle sich freuen würden, wenn es ihm besser gehen würde. Und da waren wir noch nicht mal bei seinen Kollegen und am Ende des Tages seinem momentanen Chef. Und natürlich nicht seinem neuen Chef, den es freuen würde vielleicht genau diesem jungen motivational total unausgelasteten Mann eine Chance zu geben.
Wie auch immer. Ich habe ihm den kostenfreien Zugang zu unserer Motivanalyse gegeben.
Und Sie ? Arbeiten Sie ? Oder werden Sie gearbeitet ?
Im Rahmen meiner Arbeit mit dem MotivStrukturAnalyse erfahre ich jeden Tag aufs Neue was Menschen antreibt. Mich fasziniert an dieser Arbeit, dass auch bei "ähnlichen" Motivausprägungen jeder Mensch doch für sich ganz individuelle Wege entwickelt hat, um diesen inneren Antrieben Raum zu geben.
Und da passt folgender Spruch richtig gut :
"Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab."
Friedrich Engels (1820-95)
"Es gibt keine Probleme, sondern nur Chancen." Ein Spruch, den wohl jeder schon gehört hat.
Ein Kollege erzählte mir, dass er in diesem Jahr ganz besondere Herausforderungen hatte und wie er diese gelöst hat. Seine Geschichte endete mit "Zum Glück kamen diese ganzen Sachen erst dieses Jahr – vor zwei Jahren wäre ich hier vollkommen überfordert gewesen.".
Und nun läuft mir heute folgende chinesische Weisheit über den Weg : "Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Lehrer.".
Dies ist eine spannende Abwandlung zur klassischen Betrachtung der "Schule des Lebens". In einer normalen Schule gibt es einen Lehrplan. Der besagt vielleicht, dass in der Geometrie zuerst die Flächenberechnung kommt – und auf diesem Wissen aufbauend die Volumenberechnung von Körpern. Schüler, die in der Flächenberechnung noch nicht sicher sind, haben im klassischen System möglicherweise das Nachsehen – denn unbeirrbar kommt die Volumenberechnung.
Das obige Zitat jedoch sagt, dass wenn der Schüler bereit ist – also die grundlegend notwendigen Kompetenzen hat – erst dann seinem Lehrer ( der Chance oder dem Problem ) begegnet.
Dies schließt für mich sehr gut den Kreis für den klassischen Ansatz aus dem NLP ( Neurolinguistischen Programmieren ) : "Du hast alle Ressourcen ( zur Lösung einer Aufgabe ) in dir.".
"Chancen gehen nie verloren. Die man selbst versäumt, nutzen andere."
Man soll ja immer großzügig sein. Aber nicht bei Chancen. Also seien Sie egoistisch – und nutzen Sie zuerst Ihre Chancen für sich selbst. Keine Sorge – für die Anderen bleiben noch genügend übrig …
Diese alte Frage stellt sich in der digitalen Welt vollkommen neu.
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Ich bin überall. Oder ?
Eine schöne Übersicht hat hier Fred Cavazza geschaffen.
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