Monatsarchiv für Dezember 2008

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Lasse quaken …

Liebe Kollegen, Geschäftspartner und Freunde,
gerade war noch Sommer – und schon ist das Jahr wieder vorbei …

Und vor allem zwischen den Jahren wird das eine oder andere Gespräch geführt – und der inoffizielle Feiertag der Reflektion – der Silvestertag – lässt uns sowohl zurück als auch nach vorne blicken.

Bei all diesen Gesprächen gilt´s das Ziel im Auge zu behalten … und nicht auf alles zu hören, was es zu hören gibt.

Warum? Dazu können Ihnen ein paar Frösche mehr berichten …

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.

Dann endlich – der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel
erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder "Das ist einfach unmöglich!" oder "Das schafft Ihr nie!" Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!"

Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.

Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen. Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

Und die Moral von der Geschicht´ ?
Ziele zu haben ist gut. Doch auf dem Weg gilt´s bei sich zu bleiben … und nicht jedem Frosch zu glauben, der uns von der Seite anquakt !

In diesem Sinne wünsche ich frohe Weihnachten und einen stressminimalen Jahresendspurt – und uns allen ein erfolgreiches Jahr 2009 !

Stefan Lapenat

Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein, nicht ein Sofa. ( Harold Macmillan )

p.s.1.
Warum eigentlich Frösche ?
Ihnen ist die Geschichte zu wenig weihnachtlich?
Kein Problem. Aus den Fröschen machen wir Ren(n)tiere. Der Turm wird der Nordpol. Und die Moral ist, dass Sie nicht auf jedes Blöken hören sollten.

p.s.2.
Hier gibt´s die bisherigen Weihnachtsgeschichten "Weihnachtslogistik" und "Personalprobleme im hohen Norden" zum Nachlesen und -hören !

Geschrieben von Stefan Lapenat am 24. Dezember 2008
Abgelegt unter Gedankensplitter | 3 Kommentare

Weisheit “to go”

Manchmal hört man Weisheiten an Orten, wo man diese nun nicht so einfach erwarten würde. Ich zum Beispiel. Und zwar nicht bei meinem Friseur ( der sich für den Weihnachtsschnitt heute nochmal ganz besonders Mühe gab ).

Doch von Anfang an …

Wir waren im Gespräch als mein Friseur plötzlich meinte : "Das Wichtigste ist, dass der Schnitt mir gefällt."

Na dies hat mich doch aus dem Aspekt der Kundenorientierung erst einmal kurz zusammenzucken ( ohne Verletzung ! ) und nachfragen lassen. Daraufhin meinte er : "Wissen Sie – Sie so zu frisieren, dass es Ihnen gefällt ist kein Problem für mich. Aber Sie so zu frisieren, dass es mir gefällt – das ist eine Herausforderung. Denn wenn Sie oder Ihr Umfeld auf die Frisur kucken, dann finden sie es gut und passend. Aber wenn ich als Ihr Friseur darauf kucke, dann tue ich dies mit jahrzehntelanger Erfahrung und Expertise. Und wenn die Frisur dann auch mir gefällt, dann ist sie nicht nur gut sondern eben sehr gut."

Na mit dieser Einstellung kann ich doch wirklich gut mitgehen … eine sehr schöne Unterscheidung zwischen guter Arbeit ( die zwar auch dem Kunden schon gefällt ) und sehr guter Arbeit ( die dem Kunden schon vorher gefallen hat – aber nun auch dem "Profi" zusagt ).

In diesem Sinne … frohe Weihnachten !

Geschrieben von Stefan Lapenat am 23. Dezember 2008
Abgelegt unter Allgemein | 1 Kommentar

Was Menschen lernen …

Die Süddeutsche berichtet über eine Wiederholung des sog. Milgram-Experiments aus dem Jahr 1961.

Damals wurde in einem fingierten Versuch den Versuchspersonen suggeriert, dass Sie durch Stromstösse eine "Lernhilfe" für einen vermeintlichen Probanden im Nebenraum geben sollten. Die Ergebnisse kompakt : 26 Teilnehmer gingen bis zu einer Stromstärke von 450 Volt und nahmen schwerwiegende Verletzungen oder sogar den Tod des "Lerners" in Kauf – wenn die Verantwortung für dies alles bei einem Versuchsleiter liegt. Nur 14 Teilnehmer brachen vorher ab. ( Siehe auch Bild "Illustration of the setup of a Milgram experiment.
The experimenter (E) convinces the subject (S) to give what he believes
are painful electric shocks to another subject, who is actually an
actor (A). Many subjects continued to give shocks despite pleas of
mercy from the actors. / Created by Wapcaplet in Inkscape. SVG version @ wikicommons )

Anlässlich Guantanamo und generellen Berichten über Folter wird dieses Experiment immer wieder herangezogen um zu belegen, dass auch vollkommen "normale" Personen bei einer Abgabe von Verantwortung zu vermeintlich "willigen Folterwerkzeugen" werden können.

Doch 1961 ist lange vergangen – wäre dies auch heute in unserer aufgeklärten Welt noch so möglich ?

Dieser Frage ging Jerry Burger in einem aktuellen Experiment nach – mit erschreckendem Ergebnis.
Auch hier gingen 70% der Probanden bis an die ( in diesem Experiment neu gezogene ) Grenze von 150 Volt und darüber hinaus.

Was haben Menschen nun gelernt fragt der Artikel ?

Ich denke nichts – denn es gibt hier nichts zu "lernen". Sondern nur um "sein". Das Mensch-Sein an sich hat sich in den letzten knapp 50 Jahren im Kern nicht wirklich verändert. Gewiss haben wir neue Technologien und Methoden, sind multimedial und vernetzt und schreiben 50 eMails pro Tag. Aber am Ende des Tages sind wir einfach immer noch "Menschen". Wie vor 50 oder auch 250 Jahren.

Weshalb sollten sich hier grundlegende und tief verankerte Muster verändert haben ?

Gerade in kritischen Situationen fallen Menschen oft in ihre "inneren" Grundmuster zurück und reagieren bspw. mit Rückzug oder Aggression. Ein wirkliches "Ankämpfen" gegen diese inneren Antreiber fällt in der Praxis meist schwer – wir sind nun mal im ersten Moment so wie unsere Persönlichkeit ausgeformt ist … erst dann kommt der Kopf und gelernte Verhaltensweisen. Wenn wir darauf Zugriff haben …

Und was schlummert in Ihnen – finden Sie es heraus !

Geschrieben von Stefan Lapenat am 19. Dezember 2008
Abgelegt unter Fundstücke | 2 Kommentare