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Türchen 2009 8v8 : Gefahr ist eine Frage des Unterschieds …

Heiligabend. Ein 24ter eines Monats. Aber eben im Dezember. Und deswegen ist genau dieser 24te anders als andere 24te anderer Monate.

Es geht also um den Unterschied. Dinge aber auch Sachverhalte werden für uns wahrnehmbar, sobald sie sich unterscheiden. Dies ist die Grundlage meiner Arbeit im Coaching – Unterschiede sichtbar machen. Denn Unterschiede sind die Grundlage für Veränderung.

Sehr plastisch macht auch dies eine schöne Geschichte von Nossrat Peseschkian …

Ein Sultan war mit einem seiner besten Diener auf einem Schiff. Der Diener, der noch nie eine Seereise gemacht, mehr noch, der als Sohn der Berge noch nie die Wüste des Meeres erblickt hatte, saß im hohlen Bauch des Schiffes und schrie, jammerte, zitterte und weinte. Alle waren gütig zu ihm und versuchten, seine Angst zu besänftigen. Doch die Güte erreichte nur sein Ohr, nicht aber sein angstgepeinigtes Herz.

Der Herrscher konnte das Geschrei seines Dieners kaum noch ertragen, und die Seefahrt über das blaue Meer unter blauen Himmel machte ihm keine Freude mehr. Da trat der weise Hakim, sein Leibarzt, an ihn heran. „Königliche Hoheit, wenn Ihr es gestattet, kann ich ihn beruhigen.“

Ohne zu zögern, gab der Sultan die Erlaubnis. Der Hakim befahl nun den Seeleuten, den Diener ins Meer zu werfen, was diese mit dem Schreihals nur zu gerne taten.

Der Diener strampelte, schnappte nach Luft, klammerte sich an der Bordwand fest und flehte darum, wieder im Schiff aufgenommen zu werden. An den Haaren zog man ihn hinein. Von nun an saß er ganz ruhig in einer Ecke. Kein Wort der Angst war aus seinem Mund zu vernehmen.

Der Sultan wunderte sich und fragte den Hakim: „Welche Weisheit steckte in dieser Handlung?“

Der Hakim antwortete: „Er hat noch nie das Salz des Meeres gekostet. Er wusste auch nicht, wie groß die Gefahr ist, die ihm im Wasser begegnet. Daher konnte er auch nicht wissen, wie kostbar es ist, die festen Planken eines Schiffes unter sich zu haben.  Den Wert der Ruhe und Gelassenheit kennt erst der, der einmal der Gefahr ins Auge geblickt hat.“ ( Eine Geschichte von Nossrat Peseschkian / nach Saadi )

Weihnachten ist das Fest der Geschenke und der Wünsche.

Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachtstage mit Ruhe und Abstand vom herbstlichen Alltag … und viel Zeit mit den Menschen, die Ihnen gut tun.

Doch was hat dies nun mit unserem „wenig see-gängigen“ Diener des Sultans zu tun ? Ich wünsche Ihnen für das nächste Jahr viele Gelegenheiten „Unterschiede“ zu finden – um etwas aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können. Und vielleicht finden Sie auch einen guten Freund, der Sie das eine oder andere Mal „ins Wasser wirft“ – aber auch herausholt …

In diesem Sinne … Ihnen nur das Allerbeste zu Weihnachten und für das Jahr 2010 …